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Die Rolle der Führungskraft – Podcast Folge #063

Scheinbar steht Vieles in Unternehmen aktuell still. Sie kennen es sicher – dieses Gefühl vom Beteiligten zum Betroffenen zu werden. Wie lange halten wir diesen Zustand aus? Offenbar kommt da eine wichtige Aufgabe den Führungskräften zu.

Funkstille aus den Chef-Etagen - Zur Rolle von Führungskräften

Wir sind immer noch im Krisenmodus – seit Wochen. Auch wenn Lockerungen scheinbar eine trügerische Tendenz zeigen, ist ein Normal-Modus noch lange nicht in Sicht.

Führungskräfte brauchen Orientierung. Antworten auf die Frage: „Wo geht die Reise hin?“ Wie geht unserer Unternehmen mit der aktuellen Situation um? Wir brauchen dringend Informationen. Die kommen aber nur spärlich oder gar nicht. Unsere Mitarbeiter wollen auch was wissen. Sie haben ein Recht darauf. Wir können aber nichts Verlässliches sagen. Und wenn wir gewillt sind, doch was zu sagen – eher aus der Not heraus, wissen wir nicht um die Haltbarkeit unserer Aussagen. Wir wissen es ja selbst nicht. Also halten wir uns mit Aussagen zurück. Wir müssten sie schon später wieder zurückzunehmen. Das schadet unserer Verlässlichkeit. Und Verlässlichkeit ist in diesen Tage umso wichtiger. Wir kommunizieren also – wie unsere Chefs – auch nicht.

Wie Führung in der Corona-Krise gelingen kann

Herzlich willkommen zu unserem Podcast „FührungsKRAFT für Führungskräfte“. Ich bin Stefan Schulik. Chef und Gründer der Schulik Management Beratung – die Führungskräfte aus- und weiterbildet.

Heute beschäftigen wir uns mit der scheinbaren „Funkstille aus der Chef-Etage“.

Wir sprechen über die Sorgen von Führungskräften, wenn Sie keine Infos von der Unternehmensleitung erhalten – also Funkstille herrscht – und was Sie zurzeit in Ihrem Führungsalltag umtreibt.

Und klar – Sie hören diesen Podcast deshalb, weil Sie hier Abhilfe schaffen wollen. Wir unterstützen Sie, Antworten für Ihre Sorgen und Fragen zu finden. Und wie es gelingt, aus der schwierigen Phase das Beste zu machen, Ihren persönlichen Führungsweg zu finden.

Eben …

Führen, wo noch niemand gegangen ist

Diesen Job haben Sie als Führungskraft angenommen. Mag die Übernahme dieser Position motivierend für Sie gewesen sein, weil Sie Personalverantwortung übertragen bekommen haben. Sie nun aktiv Menschen entwickeln können, und das auch noch gerne tun. Das sind gute Voraussetzungen diese Führungsaufgabe anzunehmen und auszufüllen. Aber jetzt ist die Zeit nicht so rosig. Wir wissen nichts, wo es hingeht. Erschwerend hinzu kommen noch die Negativ-Meldungen wie Kurzarbeit, die latente Angst vor Entlassungen, vielleicht sogar Gehaltsverzicht, Gehaltskürzungen, Auftragsschwund, schlechte Stimmung im Team. Alles keine guten Nachrichten, die Sie auch noch zu vertreten haben.

Ein offenes Ohr ist für Mitarbeiter wichtig

Wir sind am Puls der Mitarbeiter. Wir haben ein offenes Ohr für Führungskräfte. Was hören wir?

Ja, wir hören das auch – oft ist „Funkstille bei so manchem Chefs?“

Das kann ich bestätigen.

Ich höre diese Aussagen auch und ich habe dafür großes Verständnis.

Beispiele sind:

  • Ich weiss nichts – man sagt mir nicht wo´s lang geht
  • Kommen Entlassungen? Wie lange ist noch Kurzarbeit?
  • Kann ich den Urlaub genehmigen?
  • Muss ich Leute nach Hause schicken? Oder auch umgekehrt!
  • Kann ich welche wieder aus dem Urlaub holen?

Führungskräfte bekommen keine Entscheidungen

Kennen Sie das: Ein Projekt stagniert. Der Ausliefertermin rückt näher – der Projektplan steht. Der Kunden zögert aber mit der Abnahme – wir haben keine Klarheit, wie es weiter geht. Unser A-Lieferant hängt im Lieferengpass. Wichtige Zukaufteile sind nicht am Lager. Uns fehlen verlässliche Aussagen. Hinzu kommt, dass wir aktuell in unserem Projektteam zehn Tage Kurzarbeit je Monat einplanen sollen. Wie soll das gehen! Es gibt keine Entscheidung.

Führungskräfte sind scheinbar „Betroffene“ und keine „Beteiligten“ mehr.

„Machen Sie Betroffene zu Beteiligte“. Das haben wir als Führungskräfte gelernt. Klar, das ist gut. Aber ich hänge als Führungskraft selbst in der Luft. Wie soll ich meine Mitarbeiter beteiligen. An was denn? Mein Chef hat auch keine Zeit. Er bindet mich nicht mit ein. Meine Bandscheibenposition ist sehr unangenehm. Ich sitze zwischen den Stühlen. Ja, ich hänge förmlich zwischen den Stühlen.

Wir fahren auf Sicht - Führung in Corona-Zeiten

Diese Aussage ist eine der häufigsten, die wir in den Firmen hören. Wie kann es auch anders sein. Wir sitzen alle vor der berühmten Glaskugel. Prognosen sind schwierig. Annahmen zu treffen ebenso. Deshalb kommen ja oft keine Entscheidungen zustande. Entscheidungen werden im Normalfall auf Basis von soliden Fakten getroffen. Die sind aber nicht da. Genau deshalb ist auf dem Kommunikationskanal wenig bis gar nichts los. Funkstille. Aus dem Headquarter sickern nur sehr spärlich die ersehnten Informationen. Das ist so.

Das ist wie in einem Segelschiff auf See, das im Nebel versinkt. Die Besatzung sieht nichts. Der Sitz vom Lotzen ist zwar besetzt. Auch hat der Matrose – weit oben im Mast sogar sein Fernrohr dabei. Und wenn er auch noch reinschaut, sieht er trotzdem nichts außer Nebel. Er kann dem Steuermann keine Kommandos geben – wie auch. Er weiß ja selbst nicht, ob Hindernisse da sind, ob man nach links, rechts oder gerade aus fahren kann.

Wen wundert´s. Wir haben unsere bewährten Methoden und Werkzeuge – ja – im Fall des Matrosen das Fernrohr – aber dieses Instrument ist gerade wirkungslos.

Probleme über Probleme. Sie sind nicht wegzudiskutieren.

Aber jetzt ist genug gejammert, genug analysiert. Auch wenn es sich um Tatsachen handelt.

Wie gehen wir als Führungskräfte damit um? Das ist es, um was es uns heute hier geht.

Greifen wir die Punkte von oben also nochmals auf.

Führungskräfte bekommen keine Entscheidungen

Akzeptieren Sie diese Situation – genau so, wie sie ist. Jammern hilft da nichts.

Meine Antwort lautet:

Ohne Lösung geht keiner zum Chef

Helfen Sie ihrem Chef, indem Sie Ideen kreieren, diese mit Ihrem Mitarbeiter gemeinsam erarbeiten. Manchmal wundern wir uns, wie Menschen einfallsreich und erfinderisch sein können, wenn es ans Eingemachte geht. Aktivieren Sie diese brach liegenden Ressourcen. Auch auf die Gefahr hin, dass nicht alles umgesetzt werden kann. Aber wir haben was getan. Aus einer abstrusen Idee mutiert etwas abgewandelt Realistisches.

Service am Kunden – kostenlos. Wir warten Ihre Maschine. Das bringt kein Umsatz.

Aber der Kunde merkt sich so was. Er bekommt Hilfe in der Krise. Das kann sich später als Türöffner für andere Dinge herausstellen. Und bevor zu Hause nichts Richtiges tun, wäre das eine Option.

Weitere Beispiele – die müssen Sie entstehen lassen. Für ihre Tätigkeit, ihr Umfeld.

Wer keine Entscheidungen bekommt, der muss sie herbeiführen. In dem Kontext, für den er verantwortlich ist.

Wenn Sie und Ihr Team zur Entscheidungsfindung beitragen und damit mitreden, der kann sie besser akzeptieren. Wer genau weiß, was er tut – für seinen Verantwortungsbereich – der muss keinen Gerüchten glauben. Wer aktiv mitwirkt, der fühlt sich nicht ohnmächtig. Und das konnten wir auch uns selbst beobachten. Wir machen als Bildungseinrichtung zurzeit auch so gut wie keine Umsätze. Wir sind trotzdem motiviert. Wir tun, was wir können. Wir schaffen an Alternativen, Onlineseminaren, Video-Coaching, Online-Dialoge, Webinare. Alles Themen, die ich als klassischer Präsenztrainer für Führungskräfte und Nachwuchs-Führungskräfte bislang nicht im Fokus hatte. Aber wir tun was – was Sinn macht. Das treibt uns an.

Wer handelt, der verliert die Angst.

Da funkelt ein bisschen Leadership heraus. Wenn Ihre Mitarbeiter das Gefühl bekommen, Sie sind für sie da, Sie verstehen sie und ihre Mitarbeiter können mitarbeiten, etwas tun – etwas sehr sinnvolles – nämlich helfen aus der Krise zu kommen, dann ändert sich der Fokus – weg von Angst hin zum Handeln.

Der zweite Punkt den wir im Umkreis von Führungskräften mitbekommen, lautet:

Führungskräfte sind scheinbar „Betroffene“ und keine „Beteiligten“ mehr.

Ja, Ihre Chefs kommen nicht von sich aus auf Sie zu. Kann sein. Wenn dem so ist: Akzeptieren Sie diese Situation. Und dann geht´s los. Drehen Sie den Spieß um. Sie sind noch „nur“ Betroffener, aber Sie machen Sie selbst jetzt zum Beteiligten. Das ist fast identisch mit dem vorangegangenen Punkt. Erarbeiten Sie was. Geben Sie konkrete Arbeitsaufträge – neben dem Tagesgeschäft – Ihren Mitarbeiter. Teilen Sie deren Sorgen. Seien Sie mit Ihnen auf Augenhöhe. Nehmen Sie sie mit. Hören Sie ihnen gut zu, unterstützen Sie neue Ideen, gehen Sie auf jeden einzelnen zu. Sprechen Sie mit ihm.

Und was da raus kommt, präsentieren Sie ihrem Chef.

Ich bin absolut davon überzeugt. Wenn Sie zu Ihrem Chef – eigenständig, selbstständig, aus eigenem Antrieb Ihrem Vorgesetzen sagen: Ich hätte einen gute Vorschlag, wie wir Kontakt zu unseren Kunden aufrecht erhalten, wie wir mit unserem Spezial-Lieferanten umgehen, wie wir – in „ihrer Abteilung“ ein Problem lösen, dann werden Sie im kein „Nein“ vom Chef hören. Sie werden damit automatisch vom „Betroffenen“ zum „Beteiligten“.

Das müssen Sie leisten – niemand anderes kann das für Sie übernehmen.

Wir fahren auf Sicht

Das war der dritte große Punkt.

Ja, Ihre Chefs können gar nichts anderes sagen. Was denn, so gerne sie es wollten. Wenn dem so ist: Akzeptieren Sie auch diese Aussage.

Und jetzt muss ich nicht mehr viel dazu sagen. Die Antworten liegen schon in den beiden anderen Aussagen offen da.

Machen Sie sich vom Betroffenen zum Beteiligten, indem Sie solide Lösungsvorschläge unterbreiten – für große Probleme und für kleine Problem-chen. So gut es eben geht, mit Ihren Mitteln. Auch auf die Gefahr hin, dass das nicht alles umgesetzt wird. Aber Sie haben Ihren Teil dazu beigetragen und das darf man auch von Ihnen erwarten. Gute Chefs sind dafür dankbar und merken sich sowas – ganz sicher.

Wenn Sie keine Entscheidungen bekommen, dann führen Sie diese herbei. Bereiten Sie diese vor, erarbeitet mit Ihrem Team – für ihre Abteilungsproblematik – klar, nicht für das ganze Unternehmen – das übersteigt ihren Verantwortungsbereich.

Somit unterstreiche ich gerne meine Aussage, die auf der Startseite der https://schulik-management.de steht:

„Ich bin fest davon überzeugt, der Unternehmenserfolg hängt maßgeblich von den Führungskräften ab. Nur so bleibt ihr Unternehmen kurzfristig lebensfähig und langfristig überlebensfähig.“

Nehmen Sie diese Rolle an und Sie werden von Tag zu Tag eine noch bessere Führungskraft, der man gerne folgt.

Damit belasse ich es für heute.

Zu allem Tun wünsche ich Ihnen gutes Gelingen.

In diesem Sinne grüße ich Sie

Ihr Stefan Schulik

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Podcast Folge #063

Funkstille aus der Chef Etage?
Die Rolle der Führungskraft

Erfolgsrezepte für Führungskräfte

E-Book Mitarbeiterführung - Stefan Schulik
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