Überspringen zu Hauptinhalt
Unsere nächsten Seminar Starttermine:

Frühjahr:
08. April 2019

Herbst:
25. September 2019

Wollen Sie Als Führungskraft Authentisch Sein? – Podcast Folge #010

Wollen Sie als Führungskraft authentisch sein? – Podcast Folge #010

Authentisch – was meinen wir damit?
Glaubwürdig, zuverlässig, unverfälscht und wahrhaftig – Sind wir das?
Wollen wir das überhaupt?

Ist ihr Selbstbild mit dem Fremdbild kongruent? Sind sie echt oder verstellen Sie sich? Wie ist das mit der persönlichen Veränderungsbereitschaft?

Fremdbild und Selbstbild

Sind Sie authentisch? Sagen Sie es ruhig mal laut. „Ja, ich bin authentisch.“
Ich habe auch kein Problem, wenn Sie sagen, „Ich bin da nicht ganz sicher.“
Vielleicht sagt auch jemand von sich, er sei es nicht – auch gut.

Wir machen es noch anspruchsvoller: Was sagen denn die um mich herum? Also, was sagen meine Mitarbeiter, Kollegen oder Bekannte von mir. Haben Sie eine Vorstellung, was da kommt?
Machen Sie ruhig mal ein Experiment. Sie werden damit vielleicht sogar neue Aspekte kennen lernen.

Ein Aspekt kommt im heutigen Podcast: Nachdem ich das letzte Mal hoffentlich klar genug signalisiert habe, dass es die ideale Führungskraft nicht gibt und wir unsere Anforderung an sie etwas runterschrauben sollten, um damit eine bessere Basis zu schaffen, macht es Sinn in gleicher Art das „authentisch sein“ kritisch zu beleuchten.

Authentisch sein – unter einem anderen Blickwinkel

Verstehen Sie mich recht, ich will nicht die Leistungsfähigkeit von Führungskräften bagatellisieren – ganz im Gegenteil – Führungskräfte sollen ihre Arbeit machen und Menschen führen und gute Ergebnisse erzielen – aber wer will denn schon beim Hürdenlauf vor sich eine Hürde sehen, bei der er weiß: „Diese überspringe ich niemals, da kann ich nur verlieren.“ Wer will denn vor dem Wassergraben Anlauf nehmen und sehenden Auges erkennen müssen, dass dieser Graben nie ohne nass zu werden, von einem Menschen übersprungen werden kann. KEINER.

Die Kernfrage, die ich mir stelle, lautet nämlich nicht „Sind Sie / bin ich als Führungskraft authentisch“ – das ist für mich nicht das Entscheidende, interessanter wird es, wenn wir die Frage umbauen und uns fragen: „Ist authentisch sein ein erstrebenswerter Zustand?“.

Schauen wir kurz in die Wortbedeutung hinein – vielleicht hilft die uns weiter.

Was verstehen Mitarbeiter unter „authentisch sein“

Hier lese ich Aussagen wie authentische Menschen wirken in der Regel wahrhaftig, ungekünstelt, offen und entspannt. Ein authentischer Mensch strahlt aus, dass er zu sich selbst steht, zu seinen Stärken und Schwächen. Er ist gewissermaßen im Einklang mit sich selbst und das spürt auch die Umwelt. Er ist einfach „echt“.

Synonyme für „authentisch sein“ sind entsprechend:

  • glaubwürdig
  • zuverlässig,
  • Unverfälscht
  • Wahrhaftig

Ich bin jetzt fast geneigt zu sagen: Das ist es, das ist wichtig, jede Führungskraft sollte dieses Prädikat besitzen. D.h. heißt, authentisch sein, echt sein, ehrlich sein.

Reden – Denken – Fühlen – Handeln – sind im Einklang.

Zugegeben, ich bin weder der Maßstab noch Richter dessen, was andere in dieses magische Wort hineininterpretieren. Je nach Eingabe sind diese Beschreibungen sehr wertvoll und tatsächlich erstrebenswert.

Es ist aber auch gut, auch den Blick zu erweitern.

Seine Meinung als Vorgesetzter „ehrlich zu sagen“ ist authentisch?

Ist es ehrlich, wenn ich jemanden sehe und denke: „Du siehst aber hässlich aus“ – bin ich dann auch authentisch, wenn derjenige mich auch noch nach meiner Meinung fragt: „Wie sehe ich aus?“ und ich ihm antworte, „interessant“ oder ich zu ihm sage, „für meinen Geschmack – nicht sooo toll“

Zu Thema „ehrlich sein“ kommen wir in einem der nächsten Podcasts noch etwas genauer zu sprechen.

Zurück zu authentisch: Ist „authentisch sein“ ein erstrebenswerter Zustand?
Und da ist schon das Problem in sich. Wir Menschen entwickeln uns, wir entwickeln uns weiter. Ich gebe Ihnen zwei Beispiele aus den Alltag:

Authentischer Chef sein ist ein aktueller Zustand – kein Entwicklungsprozess

wie Laufen lernen oder Auto fahren

  • Laufen
  • Auto fahren

Hier die vier Entwicklungsstufen:

  • unbewusste Inkompetenz
  • bewusste Inkompetenz
  • bewusste Kompetenz
  • unbewusste Kompetenz

Ich stelle in den Raum: dass es sich hier also um keinen Zustand, sondern um einen Prozess handelt. Und ob jemand als authentisch wahrgenommen wird oder nicht – ist lediglich eine Momentaufnahme.

Wenn wir also uns weiterentwickeln sind wir zunächst NICHT echt, wir „verstellen“ uns, wir machen Dinge anderes als vorher, wir tun was, was erstmal nicht ganz zu uns passt, für Außenstehende nicht nachvollziehbar und damit auch nicht „authentisch“.

Der provokante Denkanstoß lautet also:

wer authentisch ist, entwickelt sich nicht mehr weiter

Führungskräfte, die ihre Komfort-Zone nicht mehr verlassen, sind u.U. authentisch, kalkulierbar, echt aber wo bleibt das Neue, die Innovation, die Verhaltensänderung. „So bin ich halt“, „So muss man mich nehmen“, ist und bleibt eine „Bankrott-Erklärung“ jeder Führungskraft – egal in welcher Hierarchie-Ebene.

Das ist es, auf was es mir heute im Podcast ankam – egal, wie jemand authentisch definiert, Sie als Führungskraft müssen veränderungsbereit und veränderungsfähig sein – Sie verändern in Abhängigkeit der Situation Ihren Führungsstil, Sie passen Ihren Verhaltensstil oder Konfliktstil an. Sie verharren nicht im Bestehend, im Bekannten, im Eingefahrenen. Sie müssen jede der vier Entwicklungsphasen durchmachen, bis Sie „Führen“ in „unbewusster Kompetenz“.

Das ist es – ein sich ständig Hinterfragen und besser werden sowie das Ziel „eine gute Führungskraft“ zu werden oder zu bleiben, nicht aus den Augen zu verlieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie ihre Komfortzone immer wieder mal verlassen, auf dass diese sich nach und nach vergrößert. Nicht nur Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

Zur Übersicht

Podcast Folge #010

Wollen Sie als Führungskraft authentisch sein?

Wollen Sie als Führungskraft authentisch sein?

An den Anfang scrollen