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Richtig Nein Sagen Zeitmanagement-Tipps – Podcast Folge #030

Richtig Nein Sagen Zeitmanagement-Tipps – Podcast Folge #030

Tun Sie sich auch schwer, Menschen in Ihrem Umfeld einen Korb zu geben – einfach NEIN zu sagen. Und wenn dann noch ihr Vorgesetzter ihnen weitere Arbeit aufhalsen will, obwohl Sie genug zu tun haben, sagen Sie leider doch „JA“ und meinen innerlich „Nein“. Sie trauen sich das aber nicht, das Zauberwort auszusprechen. Wie Sie das ändern können, erfahren Sie hier.

Nein sagen – richtig nein sagen

Wir machen heute und im nächsten Podcast eine kurze Stipp-Visite zum persönlichen Selbst- und Zeitmanagement.

Da gibt es dieses Zauberwort, welches man sagen muss, um die richtigen Dingen zur richtigen Zeit zu tun – oder eben abzulehnen. Dieses Zauberwort – dieses zeitsparendste Wort dieser Welt – dieses einfache Wort, dieses doch so schwierig auszusprechende Wort. Es besteht aus vier Buchstaben und dieses Wort heißt „Nein“.

Nein sagen, das ist der Tipp für effektives Zeitmanagement. Aufgaben erst gar nicht zu übernehmen, spart immens Zeit. Zeit andere Dinge zu tun. Das stimmt schon. Und das ist auch gut so. Aber was soll man machen, wenn diese Aufgabe zu ihren Kernaufgaben, zu ihrer konkreten Stelle gehört. Vielleicht können auch nur Sie das und sonst keiner. Sie denken: Wie soll ich da „nein“ sagen. Ja, das ist gar nicht so einfach – einfach „Nein“ zu sagen.

Gehören Sie zu den Menschen, die sagen – wo ist das Problem. Was „Nein sagen“ – das mach ich einfach. Ja dann: Herzlichen Glückwunsch. Ihnen empfehle ich dann insbesondere den übernächsten Podcast (Nr. 32) abzuwarten und dann anzuhören (J) Genau – anzuhören – hier geht es nämlich um´s zuhören – um das allseits bekannte „aktive Zuhören“ – aber Sie werden sich wundern – Sie kennen mich schon etwas – da steckt auch ein kleines Geheimnis drin. Das ist sinnvollerweise am Ende des dortigen Podcast versteckt.

Zurück zum Nein sagen – das fällt vielen schwer. Zumal die Chefs in der Regel kein „Nein“ so einfach akzeptieren. Das fühlt sich widerspenstig an, das ist unangenehm für meinen Chef, der dann verärgert werden könnte. Das kann ich mir als gute Führungskraft gar nicht leisten.

Grundsätzlich gilt für ihr Führungsverständnis:

So viel „Ja“ wie möglich, so viel „Nein“ wie nötig.

Wer „Ja“ sagt, muss wissen, dass er sich damit vor den Karren eines anderen spannen lässt.

Nur wer hin und wieder „Nein“ sagt, wird die Zeit finden, an seinen eigenen Zielen und Plänen zu arbeiten. Wobei „eigene Ziele“ sich auf die berufliche Rolle beziehen. Ein Ja macht vieles kaputt: meinen Zeitplan, sie stören, weil sie von mir nicht vorgesehen sind, sie lenken ab und lassen mich ins Hamsterrad fallen, ein „Ja“ verschiebt ihre anderen, geplanten Tätigkeiten, die vorgesehen waren. Alles wirklich nicht gut. Außerdem muss ich mich vor meinem Chef noch rechtfertigen, warum ich nein sage. Auch das ist unangenehm, zeigt sogar, dass ich mein Zeitmanagement nicht im Griff habe – zumindest hat es den Anschein. Den will ich nicht aufkommen lassen.

Bei einem „Nein“ schwingt unterbewusst eine gewisse Angst mit? In vielen Gesprächen wird mir das bestätigt und unter vier Augen anvertraut. Die Motive sind sehr unterschiedlich.

Ich höre Aussagen wie:

  • Da komme ich mir egoistisch vor
  • Wenn ich nein sage, lehnt mich der andere als Mensch ab – Sympathie ist mir aber wichtig
  • Wenn ich nein sage, ist der andere von mir enttäuscht, verärgert, verletzt. Das gefällt mir gar nicht. Ich will niemanden hängen lassen.
  • Ich habe Angst diese Stelle zu verlieren
  • Ich habe Angst, nicht den Erwartungen anderer zu entsprechen
  • Ich fühle mich unterlegen und machtlos
  • Ich bin so erzogen – ich will nicht unhöflich sein

Aber was sind die Folgen, wenn wir trotzdem ja sagen? Wir ärgern uns über uns selbst. Machen uns sogar Vorwürfe, wir ärgern uns über den anderen, der mir gegenüber sogar als rücksichtslos wirkt, der meine Gutmütigkeit ausnützt. Wir sind Opfer unseres eigenen Tuns. Wir haben Schuldgefühle, ein schlechtes Gewissen, sind aus Sicht des anderen sogar herzlos, wenn wir „Nein“ sagen.

Sie brauchen Mut, um „Nein“ sagen zu lernen. Sie brauchen ein gesundes Selbstbewusstsein und ein hohes Maß an Selbstwertgefühl.

Hier ein paar Beispiele, die Ihnen helfen, diese Hürde zu nehmen:

  • Ich habe ein Recht darauf, meine Ziele zu verfolgen. Sie machen schließlich Sinn.
  • Mein Chef wird mein „Nein“ verstehen, wenn ich es ihm erkläre.
  • Ich sage „Nein“ und bleibe dabei freundlich.

Mein Spruch, der mich leitet, lautet:

Freundlich zu den Menschen, bestimmt in der Sache

Ein gutes Nein-Sag-Motto für sich selbst. Probieren Sie es aus. Freundlichkeit wirkt zwar keine Wunder, aber wenn es in 2 von 10 Fällen funktioniert, haben sie 20% weniger Punkte auf ihrer todo-Liste, als wenn Sie zu allem „Ja“ sagen.

Ich weiß, die Sache wird uns nicht leicht gemacht. Chefs wissen, wie man das macht, wie man Mitarbeiter und insbesondere Führungskräfte zum „Ja-Sagen“ (ver-)führt.

Was soll ich nur ohne Sie machen – ich brauche Sie dafür – ohne Sie, schaffen wir das nicht.

  • Hilflosigkeitsfalle

Was würde ich nur ohne Sie machen

  • Unentbehrlichkeitsfalle

Sie sind mein bestes Pferd im Stall

  • Schmeichelfalle

Herr X ist leider ausgefallen. Er ist krank. Und ich kann das nicht machen.

  • Krankheitsfalle

Jetzt bin ich auch Rhetorik-Trainer. Ich veranstalte beim WVIB (Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden) mit Sitz in Freiburg regelmäßig Seminare mit dem Titel „Botschaften wirkungsvoll vermitteln“. Hier zeige ich den Teilnehmern, wie sie ihre Message „verkaufen“ können und dabei souverän wirken.

Ihre Message heißt einfach nur „NEIN“ – das ist der ganze Satz.

Und wenn Sie das jetzt noch mit ihrer Körperhaltung zeigen, ist das ein mächtiges Zeichen, eine klare Botschaft an ihren Gesprächspartner. Hier ein paar Impulse daraus, um souverän zu wirken.

  • Aufrechte Haltung
  • Schultern zurück
  • Brustkorb raus – schließlich soll das Nein mit einem Brustton der Überzeugung aus ihrem Mund kommen.
  • Schauen Sie demjenigen in die Augen und sagen Sie dieses Zauberwort. Sie verleihen dem „Nein“ besonderes Gewicht.

Noch ein Tipp – es ist gut, wenn Sie „nur“ Nein sagen. Häufig stelle ich bei Coaching von Führungskräften fest, dass sie versucht sind, mehr zu sagen, Begründungen, Entschuldigungen o.ä. zu liefert. Das kann man schon machen – ich zeige Ihnen das im nächsten Podcast, wie das gut möglich ist – aber bitte dann ohne die sogenannten Weichmacher wie

  • unter Umständen
  • tut mir echt Leid
  • möglicherweise
  • eigentlich
  • vielleicht

Reden Sie Klartext, lassen Sie keine Lücke zu, sagen Sie klipp und klar

  • Das geht nicht.
  • Ich will nicht.
  • Das ist nicht möglich.
  • Das kommt für mich nicht in Frage

Ich komme zum Schluss: Schluss mit ständigem „Ja-Sagen“. Sagen Sie nur „Ja“ zu Themen, die ihrer Zielerreichung dienen, die Sie und ihr Team weiterbringen. Schaffen Sie Rollenklarheit, praktizieren Sie diese und nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um als wirkungsvolle Führungskraft sich selbst und ihre Mannschaft zum Erfolg führen. Dafür haben Sie Zeit zu haben, dazu sagen Sie sich selbst: „Ja – ich will.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gutes Gelingen, zum richtigen Zeitpunkt, den richtigen Ton und das richtige Zauberwort zu artikulieren.

Erfahren Sie im Podcast 10 Arten – richtig Nein zu sagen – Podcast Folge #031 was Sie noch tun können, um ein erfolgreiches „Nein“ zu platzieren.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Stefan Schulik

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Nein sagen – richtig nein sagen – Zeitmanagement-Tipps

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