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Umgang mit cholerischen Chef – 3 praktische Tipps – Podcast Folge #075

Es ist nicht die Aufgabe unsere Vorgesetzten zu verändern. Vielmehr ist es unsere Aufgabe als Führungskraft hier zu vermittelnd zu kompensieren und zu verstehen.

Ein cholerischer Chef und die Zusammenarbeit

Die Tür vom Chefbüro fliegt auf – heraus stürmt ein wutentbrannter Vorgesetzter. Der nächste Mitarbeiter, der ihm versehentlich (!) vor die Füße kommt bekommt eine
dermaßen unangebrachte Kritik und der Chef stürmt weiter. Zurück bleiben wir Mitarbeiter. Ich – als externe Mitarbeiterin des Personalbüros – drei Kollegen, die gerade über ein Projekt beraten und der völlig verstörte Kritik-Empfänger. Dazu kommt – Stille.

Ja – ich beschreibe hier eine wirkliche Situation. Einen cholerischen Chef – den ich irgendwie aber auch immer wieder verstehe. Die gute Nachricht ist ja, dass nicht alle Chefs cholerisch sind. Dieser Podcast soll aber genau von diesen Chefs handeln – diese Chefs die mal in unkalkulierbarer Art und Weise „ausrasten“. Diejenigen, die dann den nächstbesten nehmen und der dann „den Einlauf kassiert“. Das ist natürlich dann nicht in Ordnung und führungstechnisch unterirdisch. Aber es geht ja jetzt darum, wie wir damit umgehen.

Mit der Eigenart des cholerischen Chefs umgehen lernen

Wie schaffe ich es nun, mit einem cholerischen Chef umzugehen? Und vor allem was muss ich als Führungskraft tun, wenn es meinen Mitarbeiter oder mich selbst betroffen hat – und, es beginnt mich zu ärgern.

Tipps für den Umgang mit schwierigen Vorgesetzten

Oft bekommen wir als Personalverantwortliche oder als Mitarbeiter des Personalbüros diese Szenen nicht live mit. Wahrscheinlicher ist es, dass sich der entsprechende Mitarbeiter bei uns beschwert oder wir es über den Flurfunk erfahren. Schwierig wird es auch deshalb, weil wir ja davon nur die eine Seite – also die des Betroffenen – zunächst mitbekommen. Aufpassen müssen wir deshalb, dass wir hier unserm Chef nicht unrecht tun.

Schon gar nicht, dass wir negativ über ihn sprechen – es ist also ratsam, sich hier in keinerlei Richtung zu positionieren. Und ich glaube, es ist uns auch bewusst, dass der Ausraster eines Chefs natürlich keinesfalls prickelnd ist – Alternativ sollten wir hier Kritikgespräche führen. So haben Sie ja es bereits gelernt. Kritik wird im kleinen Kreis – unter vier Augen gemacht. Berücksichtigen wir hier noch die Dezibel dann wissen wir, es bekommen auch noch sehr viele Leute mit. Das macht ja auch etwas mit Einem.

Tipp 1: Lerne mit einem cholerischen Chef umzugehen

Liebe Führungskraft – die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, dass es dir gelingt deinen Chef zu ändern. Das ist nicht unser Auftrag und nicht unsere Aufgabe. Vielmehr ist es unsere Aufgabe zu lernen, wie wir damit umgehen lernen. Ich möchte hier auch die Chefs in Schutz nehmen: Es gibt ja einen Grund dafür, warum er ausrastet. Unabhängig davon, ob gerechtfertigt oder nicht. Wir schließen hier auch eine krankhafte Persönlichkeitsstörung aus.

Schauen Sie nochmal genauer hin: Ist vielleicht eine Lieferung nicht raus? Geraten wir mit Zusagen terminlich unter Druck weil hausintern Dinge versäumt wurden? Oder haben wir anderen Themen eine höhere Priorität gegeben und das war so nicht richtig bewertet? Fehlen ihm Informationen – empfindet er es als Kontrollverlust? Wir müssen hier als Führungskräfte auch lernen, eine gewisse Souveränität zu bekommen, um beurteilen zu können, was steckt denn hinter diesen Ausbrüchen.

Welche Werte stecken dahinter?

Grundsätzlich streben alle Chefs nach Kundenzufriedenheit, Null-Fehler-Toleranz und eigentlich möchte er auch nur etwas Gutes fürs Unternehmen. Also Sachen, die so ganz falsch gar nicht sind. Es verändert unseren Blick aufs Wesentliche, wenn wir die Denke unseres Chefs verstehen lernen und seinen Blickwinkel kennen. Das soll nicht heißen, dass wir mit seinen Ausbrüchen einverstanden sind oder sie gut heißen. Es reicht ein Verständnis dafür zu bekommen, warum er das gemacht hat. Eben, die Werte kennen und verstehen (versuchen). Verständnis dafür, dass er die Kontrolle nicht verlieren möchte. Wenn man das weiß, gelingt es besser, den Anderen zu verstehen.

Die Erwartungen an einen Chef

In unserer Position – in der Bandscheibe „Chef sein und Chef haben“ müssen wir uns bewusst sein: Als Mensch hat unser Chef seine Stärken und seine Schwächen. Soviel müssen wir ihm einfach zugestehen. Und genau da gilt es, dass sie in diese Lücke hineingehen. Sie vermitteln dadurch, dass Sie seine Schwäche erkennen, sie kompensieren und diese Lücke ausgleichen. Sobald wir diese Haltung dann dazu haben, wird es uns gelingen souveräner damit umzugehen. Vollkommen richtig ist dabei, dass das Verhalten des Chefs so nicht in Ordnung ist oder war – aber auf der anderen Seite macht es Sinn, das als Gegeben hinzunehmen. Das hat natürlich etwas mit Empathie zu tun und mit Kohäsion (Zusammenhalt) und es ist auch eine Rolle, die Sie als Führungskraft aktiv annehmen sollten.

Es ist wieder Ruhe um das Chefbüro eingekehrt.

Was nun? Was müssen wir tun um jetzt die Zusammenarbeit neu auszurichten und zu verbessern. Zunächst würde ich gerne den Begriff Cholerischer Chef durch Eigenheiten meines Chefs ersetzen. Eines seiner Grundbedürfnisse ist es ja, seine Firma voranzubringen. Im Idealfall wirft die Firma dann auch noch Gewinn ab. Das Ziel haben wir wahrscheinlich alle so ganz grundsätzlich.

Wie bekommen wir es hin, dass unser Chef weniger das Gefühl hat, wir haben das nicht im Griff. Meist ist das ja die Hauptangst unseres Chefs. Es klappen Arbeiten nicht, weil die Belegschaft (oder auch wir) es nicht so machen, wie er es voranbringen würde. Wobei er unsere Qualifizierung dabei nicht in Frage stellt.

Tipp2: Machen Sie Ihre Aufgaben sichtbar

Holen Sie Ihren Chef von Zeit zu Zeit ab. An was arbeiten Sie gerade? Was beschäftigt Sie aktuell und bis wann werden Sie es fertig gestellt haben. Welche Lösungsansätze haben Sie für welche Fragestellung bereits vorgefertigt? Legen Sie Ihre Vorschläge Ihrem Chef zur Entscheidung vor. Der Mehrwert daran ist, dass Sie quasi nebenbei lernen, wie ihr Chef denkt. Wie er seine Prioritäten lenkt und vergibt. Und: Ihr Chef hat einfach dieses Chef-Gen sonst wäre er ja kein Chef. Auch wenn fünf Sachen richtig gut geklappt haben – das sechste geht schief und genau dieses fällt dem Chef vor die Füße. Das ist leider so.

Unser zweiter Aspekt geht da in diese Richtung.

Zusammenarbeit braucht Transparenz

Für die gute Zusammenarbeit benötigen wir eine Transparenz. Damit wir wissen, wie die Ergebnisse erwartet werden. Wir holen und geben in regelmäßigen Abständen einen Bericht, was wie läuft uns womit wir gerade beschäftigen. Auch die unangenehmen Themen, was beispielsweise nicht geklappt hat und warum. Besonders auch das, was wir unternehmen werden, damit dies nicht nochmal geschieht. Hierbei erfahren wir direkt, ob wir die gleiche Denke haben oder nicht. Über diesen Weg erfahren wir zusätzlich, was wie läuft und wo wir unterwegs sind. Bedenken wir auch, dass wir als Führungskräfte für die Prioritäten zuständig sind und für den Fall, das wir sie falsch gesetzt hätten können wir sie gegebenenfalls noch korrigieren. Es ist wichtig, dass der Chef wie auch der Mitarbeiter das Gefühl hat, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen können. Damit signalisieren wir, dass wir unsere Aufgaben im Griff haben.

Tipp3: Nicht ohne Lösung zum Chef

Logisch ist ja auch, wenn immer nur alle mit „Ich weiß nicht weiter“ zum Chef kommen, dass er dann irgendwann denkt „was für ein Haufen unfähiger Menschen.“ Immer nur mit Problemen bei Chef aufschlagen, lässt kein gutes Bild von uns zurück.

Haben Sie auch hier immer im Hinterkopf Ihrem Chef zu signalisieren: Ich habe es im Griff und Sie sind nicht meine Lösungsmaschine. Nur dann wird er ihnen langfristig vertrauen und etwas zutrauen.

Auch für Sie als Führungskraft ist Transparenz ein wichtiger Schlüssel, um Ihrem Chef aufzuzeigen: Ich habe hier zwar ein Problem aber ich bringe auch gleich den Lösungsvorschlag dafür mit. Daran werden sie langfristig an Vertrauen durch Ihren Chef dazugewinnen. Der Mehrwert kommt auch dadurch zustande, dass wir durch den Meinungsaustausch mit unserem Chef noch mehr über seine Werten und Überzeugungen erfahren. Der Chef erhält das Gefühl, dass sein Erfahrungsschatz gebraucht und anerkannt ist. Wir erinnern hier auch gern an das Buch: Monkey Management. Je nachdem von wessen Schulter der Affe wohin springt.
Ihr Chef hat auf Ihren Affen sicher keine Lust und Sie sind auch nicht dafür eingestellt, um die Probleme aus ihrem Bereich bei Ihrem Chef abzuladen. Bedenken Sie auch, dass Sie an den Themen aus dem Tagesgeschäft viel näher dran sind als ihr Chef. Sie selbst sind es, die im Tagesgeschäft vorne mit dabei sind.

Zum Thema: Gute Führungskraft gibt es auch bereits einen Podcast. Sie finden ihn:

Und auch nochmal kurz zurück zum Beginn des Podcasts: Wie geht es demjenigen, der die Kritik zu Beginn bekommen hat? Ihn haben wir fast vergessen 😀 Bitte gehen Sie als Personalverantwortlicher nochmal auf diesen Kollegen zu. Holen Sie ihn nochmal ab. Reden Sie mit ihm. Ziegen Sie ein Maß an Verständnis und bauen Sie wieder die Brücke zum Chef.

Und auch den Blickwinkel noch einmal auf den Chef gerichtet: Auch er möchte das Unternehmen nur voranbringen. Bemühen Sie sich, die Denke Ihres Chefs zu erkennen und zu verinnerlichen. Holen Sie sich durch Ihre Problemlösungen sein Vertrauen. Vielleicht merken Sie, dass sich sein Verhalten anpasst. Wenn er sich auch nicht ändern wird – vielleicht bemerken Sie eine Veränderung.

In diesem Sinn,
grüßen Sie
Katja Hummel und Stefan Schulik

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